Kritik der Philosophie

Die Phi­lo­so­phie, hieß es ein­mal, sei die Köni­gin der Wis­sen­schaf­ten und zugleich die Magd der Theo­lo­gie. Die­se Aus­kunft ist nicht so ver­kehrt. Sie wirft ein bezeich­nen­des Licht – auf die ande­ren ​beschränk­ten Fach– und Ver­stan­des­wis­sen­schaf­ten“, und eben­so auf das Fach, das ihnen gegen­über der Hort der Ver­nunft zu sein beansprucht.

Phi­lo­so­phen sind stolz dar­auf, dass ihr Reich der Selbst­re­fle­xion im eigent­li­chen Sinn kei­ne Wis­sen­schaft von etwas ist. Ger­ne beken­nen sie mit den Wor­ten des alten Sokra­tes: ​Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ Das hal­ten sie aber nicht für ein Ein­ge­ständ­nis, dass ihre Kunst das Inter­esse der wiss­be­gie­ri­gen Jugend nicht ver­dient; im Gegen­teil: Phi­lo­so­phie bie­tet kein Wis­sen, son­dern Bes­se­res: Weis­heit. Man kön­ne Phi­lo­so­phie nicht ler­nen, sagen sie, man müs­se selbst philosophieren!

Und wenn man das tut, betä­tigt man sich als unüber­biet­bar kri­ti­scher Geist. Phi­lo­so­phie ist das kri­ti­sche Den­ken schlecht­hin. Sie erklärt nichts, hin­ter­fragt dafür alles. Vor allem das Wis­sen selbst, aber auch das Wol­len und die Wirk­lich­keit als sol­che. In ihrer kri­ti­schen Fra­ge nach dem ​Woher, Wohin und Wozu von Welt und Leben“ (Hei­deg­ger) und in ihrer Dis­tanz zum ​Bloß Sei­en­den“ (Ador­no) betä­tigt sie mit den Mit­teln des Ver­stan­des die reli­giöse Sehn­sucht nach dem lie­ben Gott und dem ​tran­szen­den­ta­len Obdach“, das der Glau­be gewäh­ren wür­de – wenn der moder­ne Mensch halt noch glau­ben könnte.

Die Phi­lo­so­phie ist das aus­drück­li­che und – iro­nisch genug – argu­men­ta­tive Bekennt­nis zum Irra­tio­na­lis­mus in der Wis­sen­schaft. Ihre Ver­tre­ter wer­den frei­lich von den ande­ren wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen nicht geschnit­ten und aus dem Kreis derer, die Wis­sen erar­bei­ten, aus­ge­schlos­sen. Sie wer­den im Gegen­teil als die kor­rek­ten Inter­pre­ten des wis­sen­schaft­li­chen Den­kens aner­kannt: Was eine Theo­rie sei, wie das Erklä­ren geht, was das Ziel der For­schung zu sein habe, – das las­sen sich die Wis­senschaft­ler von den Phi­lo­so­phen sagen. Ihr Fach ist das affir­ma­tive Selbst­be­wusst­sein einer ver­kehr­ten Wissenschaft.

Die Phi­lo­so­phie. Ein Den­ken aus dem Geist der Rechtfertigung (2014)

Die zehn dummen Fragen der Philosophen

Argumente gegen die Sprachphilosophie

René Descartes

Gottfried Wilhelm Leibniz

Friedrich Nietzsche

Ludwig Josef Johann Wittgenstein

Martin Heidegger

Peter Decker

Martin Heidegger – der konsequenteste Philosoph des 20. Jahrhundert. Faschist

  • München, 2016, 84 Seiten
  • Druck: 978-3-96221-010-6 10,00 €, pdf-E-Book: 978-3-96221-011-3, 8,00 €

Ernst Bloch

Jean-Paul Sartre