Die Diskussion zwischen Karl Held und Justus Wertmüller ist ein Fund auf Youtube. Es handelt sich um den Mitschnitt einer Veranstaltung aus dem Jahre 1995, organisiert von einem „Antinationalem Plenum“ im Rahmen einer „Antinationalen Woche“. Der Ort ließ sich nicht mehr bestimmen.“
Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1983 | 325 Seiten | vergriffen
Eine Reminiszenz
Auch nach 40 Jahren seit seinem Erscheinen ist das Büchlein mit dem Titel „Krieg und Frieden“, eine „Politische Ökonomie des Weltfriedens“, das damals noch im Suhrkamp-Verlag erscheinen konnte (was heute undenkbar wäre), in seiner Substanz eine immer noch lesenswerte Lektüre. Deswegen, weil die Analyse von Karl Held und Theo Ebel des verheerenden Wirkens dessen, was einmal Imperialismus hieß und nach Jahrzehnten seines ungehinderten und ungebrochenen Funktionierens auf erweiterter Stufenleiter auch im 21. Jahrhundert immer noch so heißt, ihre brutale Wahrheit keineswegs eingebüßt hat. Der Grund für seine Veröffentlichung – der Westen hatte mit seinen Maßnahmen (Pershing II, SDI) gegen den Erzfeind UdSSR eine veritable „Kriegsgefahr“ in die Welt gesetzt – hat ja an Aktualität nichts verloren; ganz im Gegenteil erleben „wir“ heute eine kriegerische Neuauflage der schon 1983 nicht verheimlichten Absichten des Westens unter Anleitung der USA, die immer noch lebendige Weltmacht Nr. 2 – die sich inzwischen in Russische Föderation umfirmiert hat – praktisch auf dem Schlachtfeld endgültig zu erledigen und die unverbrüchliche Feindschaft endlich auszutragen, und selbige zu einer Regionalmacht zu degradieren. Nur die Methoden für diesen einen Zweck einer „wertegeleiteten Außenpolitik“ haben sich entsprechend geändert, in der Sache hat sich rein gar nichts verändert. Dass der ehemalige Frontstaat BRD sich nach seinem Sieg über den Realen Sozialismus samt Auflösung des Ostblocks zu einer führenden Kriegs- und damit Friedensmacht in Europa weiterentwickelt hat, zeigen die gravierenden Änderungen der imperialistischen Machtverhältnisse in den letzten 40 Jahren. Dem alten Buch – der Text ist hier verfügbar – kann also eine immer noch taugliche Theorie des weiter ungebremst existierenden „Weltfriedens“ entnommen werden, dessen nützliche Erledigung noch aussteht. Seine den Zeitumständen geschuldete Erklärung und somit die Agitation gegen ihn wurde und wird von Kommunisten fortgeführt, u.a. in mannigfachen Artikeln des GSP, aktuell in dem Interview „Friedensordnung und Imperialismus“ von Peter Decker, das unter
Der nebenstehende Artikel dokumentiert einen „Dialog“ zwischen der seinerzeitigen Universitätsleitung (Nikolaus Lobkowicz, „Lobo“) und Herbert Ludwig Fertl. Veröffentlicht wurde er in der Frankfurter Rundschau am 17.12.1977.
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Den Nutzen einer MSZ-Serie über Perspektiven des Dritten Weltkrieges sehen wir, ohne Umschweife, als äußerst beschränkt an. Perspektiven hat der Dritte Weltkrieg nämlich nicht anzubieten. Allein die Tatsache, daß der kostbare Platz der MSZ mit Labereien über Themen wie: Zu was ist der „Tornado“ gut? Was ist der Zweck der Bundeswehr? Wie funktioniert ein Atomkrieg? Kann der Westen das Gleichgewicht noch halten? Haben die Russen schon genug? usw. verschwendet werden muß, ist ein Skandal. Ausnahmsweise geben wir der Behandlung dieser Fragen, die keine Antworten verdienen, durch den Feind vollständig recht, abzüglich der kleinen unabdingbaren Lüge, bei diesen Erörterungen ginge es um die Sicherung des Friedens. Abgesehen von den für Kriegsführung absolut notwendigen Geheimnissen verhandeln unsere Militärs ganz öffentlich über taktische und strategische Fragen des nächsten Weltkrieges. Und wer wollte den Militärs daraus einen Vorwurf machen, daß sie neben ihrer vom Auftrag diktierten Ehrlichkeit auch noch das glatte Gegenteil behaupten, solange Intellektuelle beim Anblick eines Panzers anfangen, über die Sinnlosigkeit des Krieges und die Aggressivität der Menschennatur zu philosophieren?
ABC des Dritten Weltkrieges I (MSZ 5-80) + II (MSZ 1-81)
Dies ist ein Vortrag von 1987. Bereits 1977 hatte Herbert Ludwig Fertl einen Vortrag zum gleichen Thema in Marburg gehalten; eine Mitschrift oder eine Tonbandaufnahme existiert wohl nicht. Der Betreiber dieser Seite erinnert sich gleichwohl gerne daran: Das Gehörte war ein großer persönlicher Erkenntnisgewinn.
Karl Held, Einleitung zu Rosa Luxemburgs Nationalökonomie
Nach einer knappen Darstellung der durch die Referenten zu beantwortenden Frage zum Verhältnis von Theorie bzw. wissenschaftlicher Erkenntnis und Agitation, ihrer Aufgaben und Bedingungen, tragen die Referenten in der oben angegebenen Reihenfolge je ca. 15 min. vor. Die ca. zweistündige freie Diskussion verläuft im wesentlichen als Kritik an Bruhn und Hahn durch Held und Bulthaup, die sich weitgehend einig sind, auch darin, daß die Marxsche Kapitalismuskritik keine moralische Kritik an den ökonomischen Agenten ist. Allerdings kritisiert Held den affirmativen Bezug Bulthaups auf einige geschichtsphilosophische, noch humanistisch-linkshegelianische Positionen des jungen Marx. Der Dauerstreit zwischen Bulthaup und Held bzw. zwischen GI und GSP über die Frage, inwiefern die marxistische Gesellschaftskritik moralisch begründet sei, wird nicht ausgefochten.
Das kommunistische Manifest. Ein mangelhaftes Pamphlet – aber immer noch besser als sein moderner guter Ruf
Der nachfolgende Artikel aus einer Sonderausgabe der Hamburger Hochschulzeitung vom Mai 1990 befasst sich aus damals aktuellem Anlass mit einer abschließenden Kritik der realsozialistischen Staatsideologie des Marxismus-Leninismus, die bekanntlich kurz zuvor abgedankt hatte, versus bürgerlicher Wissenschaft. Er wurde von einem Leser übertragen und dieser Seite zugeschickt.